Was ist Biografie-Arbeit? Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Lebensweg unserer Bewohner. Wir aktivieren sie durch die Erinnerung an Jugenderlebnisse, Kontakte, liebgewordene Orte oder Gewohnheiten.
G. Frauens
Gerda Frauens
Gerda Frauens ist freie Mitarbeiterin im Alten- und Pflegeheim. „Meine Kolleginnen und ich wollen mit der Biografie-Arbeit den Bewohnern Erlebnisse verschaffen, die über die Versorgung im Heim hinausgehen. Wir sprechen mit den ihnen über ihre Vergangenheit. Dann starten wir Aktionen, mit denen wir die Erinnerung wieder wachrufen können.“
Ein Beispiel? „Heinz O. liebte in seiner Jugend Gedichte und Balladen. Er ist inzwischen 93 Jahre alt und kann sich nur noch schwer verständlich machen. Aber wenn ich ihm den „Erlkönig“ oder die „Bürgschaft“ vorlese, dann geht er mit und versucht sogar Zeilen mitzusprechen. Oder: Willi H. hat früher ganz in der Nähe gewohnt. Jetzt setzen wir uns einmal in der Woche ins Auto und fahren zum ‚Bratwurst-Imbiss‘ seiner Heimatstadt. Dort kann er alte Freunde und Bekannte treffen und mit ihnen reden. Da ist dann die Freude groß. Wie auch bei Gerd M.. Er war, bevor er ins Heim kam, Handelsvertreter in Osnabrück. Und deshalb haben wir ab und zu einen ganzen Tag dort verbracht. Wir haben in seinem Lieblingscafe gesessen, haben Einkäufe gemacht und waren auch mal ein Bierchen trinken. Es war großartig zu beobachten, wie er dann wieder aufblühte. Solche Unternehmungen sind zwar oft anstrengend. Aber der Lohn ist ein strahlendes Lächeln.“
Würstchenbude






Im Bratwurst-Imbiss, so wie früher: Hier besucht Willi H. zusammen mit Gerda Frauens den Lieblings-Imbiss in seiner alten Wohngegend